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5C58.1 category

Porphyrien

Definition

Porphyrien bilden eine Gruppe von acht erblichen Stoffwechselkrankheiten, die durch intermittierende neuroviszerale Manifestationen, kutane Läsionen oder eine Kombination aus beidem gekennzeichnet sind. Die Prävalenz hängt von der Art der Porphyrie ab. Klinische Anzeichen der Krankheit treten in der Regel im Erwachsenenalter auf, einige Porphyrien betreffen jedoch auch Kinder. Porphyrien lassen sich je nach dem Hauptort der Stoffwechselanomalie in zwei Gruppen einteilen: hepatische und erythropoetische Porphyrien (siehe diese Begriffe). Chronische hepatische Porphyrien (siehe diesen Begriff) und erythropoetische Porphyrien äußern sich durch bullöse kutane Läsionen oder akute Schmerzen in Bereichen, die der Sonne ausgesetzt sind (photoalgetische Läsionen). Neurologische Symptome treten nicht auf. Dagegen treten bei akuten hepatischen Porphyrien neuroviscerale Attacken auf. Diese Attacken äußern sich durch starke Bauchschmerzen (sehr häufig in Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung) sowie durch neurologische und psychologische Symptome. Zwei akute hepatische Porphyrien (variegate Porphyrie und hereditäre Koproporphyrie; siehe diese Begriffe) können ebenfalls mit kutaner Photosensibilität auftreten. Alle Porphyrien werden durch einen Mangel an einem der Enzyme des Häm-Biosynthesewegs verursacht. Diese Mängel führen zu einer Anhäufung von Porphyrinen und/oder ihren Vorläufern (Delta-Aminolävulinsäure, ALA und Porphobilinogen, PBG) in der Leber oder im Knochenmark. Die neurologischen Manifestationen werden durch diese Vorstufen, PBG und insbesondere ALA, verursacht (direkte oder indirekte Neurotoxizität). Die Enzymmängel sind das Ergebnis von Mutationen in den entsprechend kodierten Genen. Die Vererbung der hereditären Porphyrien ist autosomal und entweder dominant mit schwacher Penetranz oder rezessiv mit vollständiger Penetranz. Die Diagnose basiert hauptsächlich auf der Messung von Porphyrinen und ihren Vorläufern in biologischen Proben (Urin, Stuhl, Blut). Zu den Differentialdiagnosen gehören bei akuten Anfällen das Guillain-Barré-Syndrom (siehe diesen Begriff) und alle Ursachen für akute Bauchschmerzen sowie bei Hauterscheinungen die Photodermatosen. Den betroffenen Familien sollte eine genetische Beratung angeboten werden, um Personen zu identifizieren, die für die Entwicklung und Übertragung der Krankheit anfällig sind. Akute Anfälle sollten dringend mit einer Injektion von menschlichem Hemin und/oder einer Perfusion von Kohlenhydraten behandelt werden. Die Behandlung der kutanen Manifestationen erfolgt hauptsächlich durch Phlebotomie und/oder geringe Dosen von Chloroquin. Die Prognose hängt von der Art der Porphyrie ab.

5 subordinate codes

Nearby in Angeborene Störungen des Porphyrin- oder Hämstoffwechsels