Chronische Zahnschmerzen
Definition
Chronische Zahnschmerzen sind chronische Schmerzen, die durch eine Erkrankung der Zähne oder des Zahnhalteapparats (Pulpa-, Parodontal- oder Gingivaschmerz) verursacht werden und an mindestens 50 % der Tage über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten zwei Stunden oder länger pro Tag auftreten. Der typische auslösende Faktor ist Karies oder ein Trauma an einem oder mehreren Zähnen oder damit verbundenen Geweben. Neben der klinischen Untersuchung können bildgebende Verfahren (intraorale Röntgenaufnahmen, CT-Scans usw.) die richtige Diagnose erleichtern. Wenn die Ätiologie unklar ist, sollten die Kodes aus dem Abschnitt über chronische Primärschmerzen verwendet werden. In den meisten Fällen erhalten die Patienten eine Diagnose entsprechend der zugrundeliegenden Ursachen, und einige sekundäre Kopf- und Gesichtsschmerzerkrankungen weisen typische Kopf- und Gesichtsschmerzphänotypen auf. In einigen Fällen kann es schwierig sein, zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen zu unterscheiden (z. B. bei chronischen primären orofazialen Schmerzen, persistierenden idiopathischen dentoalveolären Schmerzen). Bei chronischen sekundären orofazialen Schmerzen können einige der Erkrankungen unter Erkrankungen des Bewegungsapparates oder des Verdauungssystems aufgeführt sein. Jeder unterschiedliche Typ, Subtyp oder jede Unterform von Kopf- oder Gesichtsschmerz, an dem der Patient leidet, muss separat diagnostiziert und kodiert werden. Wenn ein Patient mehr als eine Diagnose erhält, sollten diese in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für den Patienten aufgeführt werden. Diagnostische Kriterien: Die Kriterien A bis E sind erfüllt: A. Es liegt ein chronischer orofazialer Schmerz vor (anhaltend oder wiederkehrend über mehr als 3 Monate). B. Der Schmerz tritt an mindestens 15 Tagen oder mehr pro Monat für 2 Stunden oder mehr pro Tag auf. C. Es gibt klinische und/oder bildgebende Hinweise auf eine Störung oder Läsion eines Zahnes oder mehrerer Zähne und / oder des dazugehörigen Gewebes, die bekanntermaßen Kopfschmerzen / orofaziale Schmerzen verursachen können D. Es liegen Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang vor, die durch mindestens zwei der folgenden Punkte belegt sind: D1. der orofaziale Schmerz hat sich in zeitlichem Zusammenhang mit dem Auftreten der Störung oder der Läsion entwickelt D2. Mindestens eine der folgenden Bedingungen: a) die orofazialen Schmerzen haben sich parallel zur Verschlimmerung oder zum Fortschreiten der Erkrankung oder Läsion signifikant verschlimmert b) die orofazialen Schmerzen haben sich parallel zur Verbesserung oder zum Verschwinden der Störung oder Läsion signifikant gebessert oder aufgelöst D3. die orofazialen Schmerzen werden durch Abtasten, Sondieren oder Druck auf den betroffenen Zahn oder die betroffenen Zähne oder das dazugehörige Gewebe verstärkt D4. im Falle einer einseitigen Störung oder Läsion sind die Kopf- bzw. Gesichtsschmerzen lokalisiert und ipsilateral dazu E. Der Schmerz ist nicht besser durch eine andere chronische Schmerzerkrankung erklärbar.
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MG30.62Chronisch neuropathischer orofazialer SchmerzMG30.63Kopfschmerzen oder orofaziale Schmerzen in Verbindung mit chronischen sekundären temporomandibulären StörungenMG30.64Chronische Kopf- oder Gesichtsschmerzen im Zusammenhang mit Störungen der Homöostase oder deren nichtpharmakologischer BehandlungMG30.65Chronischer Kopf- oder Gesichtsschmerz in Verbindung mit einer kranialen oder zervikalen GefäßerkrankungMG30.66Chronischer Kopf- oder Gesichtsschmerz in Verbindung mit einer nicht vaskulären intrakraniellen StörungMG30.67Chronische Kopfschmerzen im Zusammenhang mit einer Substanz oder deren Entzug7B2YSonstige näher bezeichnete Schlaf-Wach-Störungen7B2ZSchlaf-Wach-Störungen, nicht näher bezeichnet