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Chronische neuropathische Schmerzen

Definition

Chronische neuropathische Schmerzen sind chronische Schmerzen, die durch eine Läsion oder Erkrankung des somatosensorischen Nervensystems verursacht werden [1]. Das somatosensorische Nervensystem liefert Informationen über den Körper, einschließlich der Haut, des Muskel-Skelett-Systems und der viszeralen Organe. Eine Läsion oder Erkrankung, die neuropathische Schmerzen verursacht, kann periphere oder zentrale Strukturen des somatosensorischen Nervensystems betreffen. Anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen über ≥ 3 Monate definieren chronische Schmerzen (siehe 6 Zeitliche Eigenschaften). Der Schmerz kann spontan (kontinuierlich oder episodisch) oder evoziert sein, als verstärkte Reaktion auf einen schmerzhaften Reiz (Hyperalgesie) oder als schmerzhafte Reaktion auf einen normalerweise nicht schmerzhaften Reiz (Allodynie). Die Diagnose neuropathischer Schmerzen erfordert eine Verletzung des Nervensystems in der Anamnese, z. B. einen Schlaganfall oder ein Nerventrauma, oder eine Erkrankung, z. B. eine diabetische Neuropathie, sowie eine neuroanatomisch plausible Verteilung der Schmerzen [2]. Negative (z. B. verminderte oder fehlende Empfindung) und positive sensorische Symptome oder Zeichen (z. B. Allodynie oder Hyperalgesie) müssen mit dem Innervationsgebiet der betroffenen Nervenstruktur vereinbar sein. Der Nachweis einer Läsion oder Erkrankung des Nervensystems, z. B. durch bildgebende Verfahren, neurophysiologische Untersuchungen oder Labortests, bestätigt die Diagnose eines eindeutigen neuropathischen Schmerzes [2]. Neuropathische Schmerzen sind eine Hauptursache für körperliche Beeinträchtigungen sowie emotionale und psychosoziale Probleme [3] und erfordern eine multimodale Behandlung mit einer spezifischen pharmakologischen Komponente [4, 5]. Diagnostische Kriterien: Für die Diagnose chronischer neuropathischer Schmerzen müssen die Schmerzen seit ≥ 3 Monaten anhalten oder wiederkehren und mindestens die Kriterien A und D erfüllen. Die Kriterien B und C erhöhen den Grad der diagnostischen Gewissheit. A. Der Schmerz ist durch beide der folgenden Punkte gekennzeichnet: A.1 Vorgeschichte einer relevanten neurologischen Läsion oder Erkrankung A.2 Neuroanatomisch plausible Schmerzverteilung B. Der Schmerz ist mit sensorischen Zeichen in derselben neuroanatomisch plausiblen Verteilung verbunden C. Diagnostischer Test, der eine Läsion oder Erkrankung des somatosensorischen Nervensystems bestätigt, die den Schmerz erklärt D. Nicht besser durch eine andere Diagnose von chronischen Schmerzen zu erklären. Kommentare Negative oder positive sensorische Zeichen, die mit der Verteilung des Schmerzes übereinstimmen, können als Hinweis auf eine Läsion oder Erkrankung des peripheren somatosensorischen Nervensystems ausreichen. Die klinische Untersuchung kann durch Labortests ergänzt werden, z. B. durch quantitative sensorische Tests. Tests, die die relevante Läsion oder Erkrankung des somatosensorischen Systems aufzeigen, können z. B. aus einer chirurgischen oder radiologischen Bestätigung einer Nervenkompression, einer Nervenleitfähigkeitsstudie, laserevozierten Potenzialen, einem Blinzelreflex oder einer Hautbiopsie zur Bestätigung von reduzierten Nervenfaserendigungen bestehen. Positive Befunde bei diesen Untersuchungen können wichtige diagnostische Hinweise auf die Schmerzquelle liefern. Es müssen jedoch alle klinischen und diagnostischen Aspekte des Schmerzes berücksichtigt werden, bevor eine Kausalität angenommen wird. Wenn klinische Untersuchungen oder diagnostische Tests durchgeführt werden und die Ergebnisse negativ sind, sind neuropathische Schmerzen unwahrscheinlich (oder weniger wahrscheinlich). Ziehen Sie eine andere Diagnose für chronische Schmerzen in Betracht.

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