Hypohidrotische ektodermale Dysplasie, Clouston-Typ
Definition
Das Clouston-Syndrom (oder hidrotische ektodermale Dysplasie) ist durch die klinische Trias aus Nageldystrophie, Alopezie und palmoplantarer Hyperkeratose gekennzeichnet. Die Krankheit wurde erstmals in der französisch-kanadischen Bevölkerung beschrieben (in der sie mit einem Gründereffekt in Verbindung gebracht wird), ist aber inzwischen auch in mehreren anderen ethnischen Gruppen festgestellt worden. Die genaue Prävalenz ist unbekannt, und das Syndrom wird wahrscheinlich unterdiagnostiziert. Die Penetranz der Krankheit ist vollständig, aber die Ausprägung ist selbst bei betroffenen Personen aus derselben Familie sehr unterschiedlich. Nagelanomalien sind das einheitlichste Merkmal und treten häufig bei der Geburt oder im frühen Säuglingsalter auf. Die Nägel sind verdickt, langsam wachsend, brüchig, oft hyperkonvex und mit Rillen verfärbt. Als weitere Merkmale werden Mikronychien, Onycholyse und wiederkehrende paronychiale Infektionen, die zu Nagelverlust führen, berichtet. Die Beeinträchtigung der Behaarung manifestiert sich bei der Geburt oder später im Säuglings- oder Kindesalter und reicht von vollständiger bis partieller, oft fortschreitender Alopezie. Das verbliebene Kopfhaar wächst langsam, ist spärlich, fein und brüchig. Auch Augenbrauen und Wimpern sind häufig spärlich, und Achsel-, Scham- und Körperhaare können betroffen sein. Die Palmoplantar-Hyperkeratose ist kein konstanter Befund. Wenn sie vorhanden ist, beginnt sie in der Regel in der Kindheit und verschlimmert sich mit zunehmendem Alter; einige Patienten entwickeln auch Hyperkeratose und Hyperpigmentierung über den Gelenken und Knochenvorsprüngen. Die Zähne sind in der Regel nicht betroffen und die Schweißbildung ist normal. Das Clouston-Syndrom wird autosomal-dominant vererbt und wird durch Mutationen im GJB6-Gen (13q12) verursacht, das für das Gap-Junction-Protein Connexin 30 (Cx30) kodiert. Die Diagnose kann aufgrund der klinischen Trias aus Nageldystrophie, Hypotrichose und Hyperkeratose an den Handflächen und Fußsohlen vermutet werden. Die Diagnose kann durch eine molekulare Analyse des GJB6-Gens bestätigt werden. Die Differentialdiagnose sollte Pachyonychia congenita und andere Formen der ektodermalen Dysplasie einschließen (siehe diese Begriffe). Pränatale Tests sind in Familien möglich, in denen die krankheitsverursachende Mutation identifiziert wurde. Gegenwärtig gibt es keine Behandlung für die Krankheit, die Behandlung ist rein unterstützend. Die Lebenserwartung der Patienten ist normal.