Dissoziative Amnesie
Definition
Eine dissoziative Amnesie ist durch die Unfähigkeit gekennzeichnet, wichtige autobiografische Erinnerungen, typischerweise an kürzlich stattgefundene traumatische oder belastende Ereignisse, abzurufen, welche nicht mit einem normalen Vergessen vereinbar ist. Die Amnesie tritt nicht ausschließlich im Rahmen einer anderen dissoziativen Störung auf und lässt sich nicht besser durch eine andere psychische, verhaltensbezogene oder neuromentale Entwicklungsstörung erklären. Die Amnesie ist nicht auf die direkten Auswirkungen einer Substanz oder eines Medikaments auf das zentrale Nervensystem, auf Entzugserscheinungen oder auf eine Erkrankung des Nervensystems oder ein Schädel-Hirn-Trauma zurückzuführen. Die Amnesie führt zu einer bedeutsamen Beeinträchtigung in persönlichen, familiären, sozialen, ausbildungsbezogenen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.
Exclusions
- Amnesie o.n.A.
(MB21.1) - Amnestische Störung durch Alkohol
(6D72.10) - Anterograde Amnesie
(MB21.10) - Nichtalkoholbedingtes organisch-amnestisches Syndrom
(6D72.0) - Postiktale Amnesie bei Epilepsie
- Retrograde Amnesie
(MB21.11)
3 subordinate codes
Nearby in Dissoziative Störungen
6B60Dissoziative Störung mit neurologischen Symptomen6B62Trance-Störung6B63Besessenheits-Trance-Störung6B64Dissoziative Identitätsstörung6B65Partielle dissoziative Identitätsstörung6B66Depersonalisations-Derealisationsstörung7B2YSonstige näher bezeichnete Schlaf-Wach-Störungen7B2ZSchlaf-Wach-Störungen, nicht näher bezeichnet