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8C73.1 category

Neuropathie, Ataxie und Retinitis pigmentosa

Definition

Das Syndrom der Neuropathie, Ataxie und Retinitis Pigmentosa (NARP) ist eine klinisch heterogene Erkrankung, die häufig durch eine Kombination aus sensorisch-motorischer Neuropathie, zerebellärer Ataxie und Nachtblindheit gekennzeichnet ist. Seine Prävalenz wird auf 1 von 12 000 geschätzt. NARP manifestiert sich in der Regel bei jungen Erwachsenen. Die klinische Präsentation umfasst eine Kombination der folgenden Symptome: frühe Salz- und Pfeffer-Retinopathie, Retinitis pigmentosa, träge Pupillen, Nystagmus, Blindheit, Entwicklungsverzögerung, Atrophie des kortikospinalen Trakts, Demenz, Hörverlust, Krampfanfälle, Ataxie, sensorische Neuropathie und proximale neurogene Muskelschwäche. Das NARP-Syndrom ist eine mütterlicherseits vererbte Erkrankung, die mit einer 8993T>G-Mutation im mtDNA-Gen MTATP6 einhergeht, das für die Untereinheit ATPase 6 kodiert. Die Mutation 8993T>G führt zu einem Aminosäurewechsel von einem hochkonservierten Leucin 156 zu Arginin (L156R) und führt zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der Synthese von mitochondrialem ATP, was zu einer Verringerung der Zellenergie und zum Zelltod führt, insbesondere in Geweben, die stark vom Stoffwechsel der oxidativen Phosphorylierung abhängig sind, wie z. B. das Gehirn und die Netzhaut. Diese Mutation liegt auch bei 8-10 % der Patienten mit Morbus Leigh vor. Diese Fälle werden üblicherweise als mütterlich vererbtes Leigh-Syndrom (MILS) bezeichnet. MILS ist die schwerste Form des NARP-Syndroms und manifestiert sich in der Regel in den nachfolgenden betroffenen Generationen (Pseudoantizipation). Die Behandlung ist nur unterstützend. Jüngste In-vitro-Studien legen jedoch nahe, dass Antioxidantien eine nützliche Behandlungsform sein könnten.

Also indexed as

NARP [Neuropathie, Ataxie und Retinitis pigmentosa]-SyndromNeurogene Muskelschwäche, Ataxie und Retinitis pigmentosaNeuropathie, Ataxie und Retinitis pigmentosa

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