Hypervitaminose A
Definition
Eine chronische Hypervitaminose A entsteht durch eine übermäßige Aufnahme von Vitamin A über mehrere Wochen oder Monate. Eine Toxizität kann bei Erwachsenen und Kindern mit einer chronischen täglichen Aufnahme von 15.000 µg bzw. 6.000 µg ausgelöst werden. Die Symptome klingen rasch ab, wenn das Vitamin abgesetzt wird. Zu den Anzeichen einer subakuten oder chronischen Toxizität gehören Kopfschmerzen, Erbrechen, Anorexie, trockene, juckende, schuppende Haut, seborrhoische Hautläsionen, Fissuren an den Mundwinkeln, Alopezie und/oder Vergröberung der Haare, Knochenanomalien, Knochenschwellungen, Leber- und Milzvergrößerung, Diplopie, erhöhter Hirndruck, Reizbarkeit, Stupor, Bewegungseinschränkung und Trockenheit der Schleimhäute. Darüber hinaus kommt es häufig zu einer Schuppung der Handflächen und Fußsohlen. Röntgenaufnahmen zeigen eine Hyperostose, die mehrere Röhrenknochen betrifft, insbesondere in der Mitte der Knochenschäfte. Die Serumspiegel von Vitamin A sind erhöht. Es kann eine Hyperkalzämie und/oder Leberzirrhose vorliegen. Bei Kleinkindern geht die Toxizität mit Erbrechen und vorgewölbten Fontanellen einher. Ein betroffenes Kind leidet unter Anorexie, Juckreiz und mangelnder Gewichtszunahme. Eine akute Hypervitaminose-A-Toxizität ist bei Säuglingen in Entwicklungsländern nach der Aufnahme sehr großer Mengen von Vitamin A während der Verabreichung von Impfstoffen aufgetreten. Zu den Symptomen gehören Übelkeit, Erbrechen und Schläfrigkeit; zu den weniger häufigen Symptomen gehören Diplopie, Papillenödem, Hirnnervenlähmungen und andere Symptome, die auf einen Pseudotumor cerebri hindeuten. Schwere angeborene Missbildungen treten bei Kindern von Müttern auf, die während des ersten Schwangerschaftstrimesters therapeutische Dosen von oraler 13-cis-Retinsäure zur Behandlung von Akne oder Krebs eingenommen haben. Diese Fehlbildungen führen zu einer hohen Inzidenz von Spontanaborten und Geburtsfehlern.