Impulskontrollstörung durch Kokain
Definition
Eine Impulskontrollstörung durch Kokain ist durch anhaltend wiederholte Verhaltensweisen gekennzeichnet, bei denen es wiederholt nicht gelingt, einem Impuls, Antrieb oder Drang zu widerstehen, eine Handlung auszuführen, die für die Person zumindest kurzfristig eine Belohnung darstellt, obwohl sie Folgen, wie einen längerfristigen Schaden für die Person selbst oder für andere hat (z. B. Legen von Feuer oder Diebstahl ohne ersichtliches Motiv, repetitives Sexualverhalten, aggressive Ausbrüche), die während oder kurz nach einer Kokainintoxikation oder einem Kokainentzug auftreten. Die Intensität oder Dauer der Symptome geht deutlich über die Störungen der Impulskontrolle hinaus, die für eine Kokainintoxikation oder einen Kokainentzug charakteristisch sind. Die Menge und Dauer des Kokaingebrauchs muss ausreichend sein, Störungen der Impulskontrolle hervorzurufen. Die Symptome lassen sich nicht besser durch eine primäre psychische Störung (z. B. eine Impulskontrollstörung, eine Störung aufgrund von Suchtverhalten) erklären, wie dies der Fall sein könnte, wenn die Impulskontrollstörungen dem Beginn des Kokaingebrauchs vorausgingen, wenn die Symptome über einen längeren Zeitraum nach Beendigung des Kokaingebrauchs oder -entzugs fortbestehen oder wenn es andere Hinweise auf eine bereits bestehende primäre psychische Störung mit Impulskontrollsymptomen gibt (z. B. eine Vorgeschichte früherer Episoden, die nicht mit dem Kokaingebrauch in Verbindung stehen).