Selektiver Mutismus ist durch eine durchgängige Selektivität des Sprechverhaltens gekennzeichnet, bei der ein Kind in bestimmten sozialen Situationen, typischerweise zu Hause, eine angemessene Sprachkompetenz zeigt, in anderen Situationen, typischerweise in der Schule, aber regelhaft nicht spricht. Die Störung hält mindestens einen Monat lang an, ist nicht auf den ersten Schulmonat beschränkt und ist so schwerwiegend, dass sie die ausbildungsbezogenen Leistungen oder die soziale Kommunikation beeinträchtigt. Die Unfähigkeit zu sprechen ist nicht darauf zurückzuführen, dass das Kind die in der sozialen Situation erforderliche Sprache nicht kennt oder nicht beherrscht (z. B. weil in der Schule eine andere Sprache gesprochen wird als zu Hause).