Glukokortikoidresistenz
Definition
Die Glukokortikoidresistenz ist eine seltene Erkrankung, die durch eine generalisierte, partielle Resistenz des Zielgewebes gegen Glukokortikoide gekennzeichnet ist. Glukokortikoide regulieren eine Vielzahl von biologischen Prozessen und üben einen tiefgreifenden Einfluss auf viele physiologische Funktionen aus. Das klinische Spektrum der Erkrankung ist breit gefächert und reicht von asymptomatischen bis hin zu schweren Fällen von Hyperandrogenismus, Fatigue und/oder Mineralokortikoidüberschuss. Die Glukokortikoidresistenz führt zu kompensatorischen Erhöhungen der Konzentrationen des zirkulierenden adrenokortikotropen Hormons (ACTH), was die Produktion von Nebennierensteroiden mit mineralokortikoidaler und/oder androgener Aktivität steigert und die Ausscheidung von freiem Cortisol im Urin erhöht, ohne dass es klinische Anzeichen für Hypercortisolismus gibt. Die molekulare Grundlage der Glukokortikoidresistenz wird auf Mutationen im GR-Gen zurückgeführt, das für einen ligandenabhängigen Transkriptionsfaktor kodiert. Die Mutation beeinträchtigt die Glukokortikoid-Signaltransduktion und verändert die Empfindlichkeit des Gewebes gegenüber Glukokortikoiden. Die Untersuchung funktioneller Defekte natürlicher hGR-Mutanten verbessert das Verständnis der molekularen Mechanismen der hGR-Wirkung und unterstreicht die Bedeutung integrierter zellulärer und molekularer Signalmechanismen für die Aufrechterhaltung der Homöostase und die Erhaltung der normalen Physiologie.