Paraneoplastische Retinopathie
Definition
Paraneoplastische Retinopathien resultieren aus einem gezielten Angriff auf die Netzhaut aufgrund einer Tumor-Immunantwort, die durch onkoneurale Antigene aus systemischem Krebs ausgelöst wird. Die Patienten stellen sich in der Regel nach der Krebsdiagnose mit progressiver Sehverschlechterung und Photopsien vor, aber auch Funktionsstörungen der Stäbchen (beeinträchtigte Dunkeladaption und Verlust des peripheren Sehens) und der Zapfen (verminderte Sehschärfe, Farbstörungen, Lichtempfindlichkeit und Blendung) können auftreten. Die Symptome sind oft schlimmer als die klinischen Anzeichen. Andere Ursachen der Retinopathie sollten ausgeschlossen werden. Multiple antiretinale Autoantikörper (z. B. Anti-Recoverin-Antikörper) sind beschrieben, obwohl ihre Bedeutung ungewiss ist. Zwei Hauptuntergruppen sind bekannt: Die Krebs-assoziierte Retinopathie (am häufigsten beim kleinzelligen Lungenkrebs) und die Melanom-assoziierte Retinopathie. Zu den assoziierten neuralen Autoantikörpern gehören: CRMP5 (Anti-CV2) (Collapsin Response Mediator Protein 5 - Anti-CV2), anti-Recoverin-Autoantikörper und alpha-Enolase-Autoantikörper.