Artifizielle Störung, auf andere gerichtet
Definition
Eine artifizielle Störung, auf andere gerichtet, ist dadurch gekennzeichnet, dass körperliche, psychische oder verhaltensbezogene Symptome, Befunde oder Verletzungen bei einer anderen Person, meist einem abhängigen Kind, vorgetäuscht, verfälscht oder herbeigeführt werden, verbunden mit einer erkennbaren Täuschungsabsicht. Leidet die andere Person an einer vorbestehenden Störung oder Erkrankung, verschlimmert die Person absichtlich die bestehenden Symptome oder Befunde oder täuscht zusätzliche Symptome oder Befunde vor oder führt diese herbei. Die Person strebt aufgrund vorgetäuschter, verfälschter oder herbeigeführter Symptome, Befunde oder Verletzungen eine Behandlung der anderen Person an oder stellt die andere Person auf andere Weise als krank, verletzt oder beeinträchtigt dar. Die Täuschung ist nicht ausschließlich durch offensichtliche äußere Belohnungen oder Anreize motiviert (z. B. nicht nur, um Rentenzahlungen zu erhalten oder einer strafrechtlichen Verfolgung wegen Misshandlung eines Kindes oder eines älteren Menschen zu entgehen).
Coding note
Die Diagnose der fremdbezogenen artifiziellen Störung wird der Person zugewiesen, die die Symptome bei einer anderen Person vortäuscht, fälscht oder herbeiführt, und nicht der Person, die als Person mit den Symptomen dargestellt wird. Es kommt vor, dass die Person die Symptome bei einem Haustier und nicht bei einer anderen Person vortäuscht oder fälscht.
Exclusions
- Simulation
(QC30)