Artifizielle Störung an sich selbst
Definition
Eine artifizielle Störung an sich selbst ist gekennzeichnet durch das Vortäuschen, Verfälschen, oder das bewusste Herbeiführen oder Verschlimmern körperlicher, psychischer oder verhaltensbezogener Beschwerden, Symptome, Befunde oder Verletzungen, verbunden mit einer erkennbaren Täuschungsabsicht. Bei einer vorbestehenden Störung oder Erkrankung verschlimmert die Person absichtlich bestehende Symptome oder Befunde oder täuscht zusätzliche Symptome oder Befunde vor oder führt diese herbei. Die Person strebt aufgrund vorgetäuschter, gefälschter oder selbst herbeigeführter Beschwerden, Symptome, Befunde oder Verletzungen eine Behandlung an oder stellt sich auf andere Weise als krank, verletzt oder beeinträchtigt dar. Die Täuschung ist nicht ausschließlich durch offensichtliche äußere Belohnungen oder Anreize motiviert (z. B. um eine Erwerbsunfähigkeitsrente zu erhalten oder einer Strafverfolgung zu entgehen). Dies steht im Gegensatz zu Malingering, bei dem offensichtliche externe Belohnungen oder Anreize das Verhalten motivieren.
Inclusions
- Münchhausen-Syndrom
Exclusions
- Exkoriationsstörung
(6B25.1) - Simulation
(QC30)