Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten ohne chronische Reizbarkeit oder Wut, mit eingeschränkten prosozialen Emotionen
Definition
Alle definitorischen Anforderungen für eine Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten ohne chronische Reizbarkeit oder Wut sind erfüllt. Darüber hinaus weist die Person Merkmale auf, die manchmal als "gefühllos und emotionslos" bezeichnet werden. Zu diesen Merkmalen gehören mangelndes Einfühlungsvermögen oder mangelnde Sensibilität für die Gefühle anderer und mangelnde Sorge um die Notlage anderer, fehlende Reue, Scham oder Schuldgefühle wegen des eigenen Verhaltens (es sei denn, sie werden durch eine Festnahme ausgelöst), eine relative Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrscheinlichkeit einer Bestrafung, mangelnde Besorgnis über schlechte Leistungen in der Schule oder bei der Arbeit und ein begrenzter Ausdruck von Emotionen, insbesondere von positiven oder liebevollen Gefühlen gegenüber anderen, oder dies geschieht nur in einer Weise, die oberflächlich, unaufrichtig oder instrumentell erscheint. Dieses Muster zieht sich durch alle Situationen und Beziehungen hindurch (d. h., die Einstufung sollte nicht auf der Grundlage eines einzelnen Merkmals, einer einzelnen Beziehung oder eines einzelnen Verhaltens erfolgen) und ist über einen längeren Zeitraum (z. B. mindestens ein Jahr) anhaltend.