Leichtgradige neurokognitive Störung
Definition
Eine leichtgradige neurokognitive Störung ist gekennzeichnet durch eine leichte Beeinträchtigung in einem oder mehreren kognitiven Bereichen im Vergleich zu dem, was angesichts des Alters der Person und des allgemeinen prämorbiden Niveaus der kognitiven Funktionen zu erwarten ist und was eine Verschlechterung gegenüber dem früheren Funktionsniveau der Person darstellt. Die Diagnose basiert auf einem Bericht des Patienten, eines Informanten oder einer klinischen Beobachtung und wird durch einen objektiven Nachweis der Beeinträchtigung mittels quantifizierter klinischer Bewertung oder standardisierter kognitiver Tests ergänzt. Die kognitive Beeinträchtigung ist nicht so schwerwiegend, dass sie die Fähigkeit einer Person, Aktivitäten in Zusammenhang mit der persönlichen, familiären, sozialen, ausbildungsbezogenen und/oder beruflichen Funktion oder anderen wichtigen Funktionsbereichen durchzuführen, bedeutsam beeinträchtigt. Die kognitive Beeinträchtigung ist nicht auf das normale Altern zurückzuführen und kann statisch oder progressiv sein oder sich je nach zugrunde liegender Ursache oder Behandlung auflösen oder verbessern. Kognitive Beeinträchtigungen können auf eine zugrundeliegende erworbene Erkrankung des Nervensystems, ein Trauma, eine Infektion oder einen anderen Krankheitsprozess, der das Gehirn beeinträchtigt, die Einnahme bestimmter Substanzen oder Medikamente, einen Nährstoffmangel oder die Exposition gegenüber Toxinen zurückzuführen sein, oder die Ätiologie kann unbestimmt sein. Die Beeinträchtigung ist nicht auf eine aktuelle Substanzintoxikation oder einen Entzug zurückzuführen.