Körperintegritätsdysphorie
Definition
Die Körperintegritätsdysphorie ist gekennzeichnet durch den intensiven und anhaltenden Wunsch, in bedeutsamer Weise körperlich behindert zu sein (z. B. Amputation einer großen Gliedmaße, Querschnittslähmung, Erblindung), der bereits in der frühen Adoleszenz beginnt und von anhaltendem Unbehagen oder intensiven Gefühlen der Unangemessenheit in Bezug auf die derzeitig nichtbehinderten Körperbereiche begleitet wird. Der Wunsch, körperlich behindert zu sein, hat schädliche Folgen, was sich einerseits in der übermäßigen Beschäftigung mit dem Wunsch zeigen kann (einschließlich der Zeit, die damit verbracht wird, so zu tun, als sei man behindert) oder in der bedeutsamen Beeinträchtigung der Produktivität, der Freizeitaktivitäten oder des sozialen Funktionsniveaus (z. B. ist die Person nicht bereit, eine enge Beziehung einzugehen, weil es schwierig wäre, eine Behinderung vorzugeben). Die Versuche tatsächlich behindert zu sein, können andererseits auch dazu geführt haben, dass die Person ihre Gesundheit oder ihr Leben in bedeutsame Gefahr gebracht hat. Die Störung lässt sich nicht besser durch eine andere psychische Störung, eine Verhaltensstörung oder eine neuromentale Entwicklungsstörung, eine Krankheit des Nervensystems oder einen anderen medizinischen Zustand oder durch Simulation erklären.