Krankheiten durch Filoviren
Definition
Eine schwere Krankheit mit hoher Sterblichkeit, die durch eine Filovirus-Infektion verursacht wird. Filovirus-Erkrankungen sind typischerweise durch akut einsetzendes Fieber mit unspezifischen Symptomen/Anzeichen (z. B. Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Unwohlsein, Myalgie, Halsschmerzen) gekennzeichnet, auf die in der Regel einige Tage später Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und gelegentlich ein variabler Hautausschlag folgen. Schluckauf kann auftreten. Schwere Erkrankungen können hämorrhagische Symptome (z. B. Blutungen an Einstichstellen, Ekchymosen, Petechien, viszerale Ergüsse), Enzephalopathie, Schock/Hypotonie, Multiorganversagen und Fehlgeburten bei infizierten Schwangeren umfassen. Zu den häufigen Laborbefunden gehören Thrombozytopenie, erhöhte Transaminasekonzentrationen, Elektrolytstörungen und Anzeichen einer Nierenfunktionsstörung. Bei Personen, die sich erholen, können anhaltende Folgeschäden auftreten (z. B. Gelenkschmerzen, neurokognitive Dysfunktion, Uveitis, manchmal gefolgt von Kataraktbildung). Die Persistenz des Virus wurde für einige Virusspezies in immunprivilegierten Kompartimenten (z. B. ZNS, Augen, Hoden) dokumentiert. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch direkten Kontakt mit Blut, anderen Körperflüssigkeiten, Organen oder kontaminierten Oberflächen und Materialien, wobei das Risiko mit dem Auftreten der ersten klinischen Symptome beginnt und mit zunehmender Schwere der Erkrankung steigt. Familienmitglieder, Gesundheitsdienstleister und andere Personen, die Patienten versorgen, sowie Personen mit direktem Kontakt zu Verstorbenen sind besonders gefährdet. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 7–11 Tage (Bereich ≈2–21 Tage).