Zerebrovaskuläre Erkrankung ohne akutes zerebrales Symptom
Definition
Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Belege dafür, dass stille Hirninfarkte erhebliche Auswirkungen auf die Hirnfunktion (Kognition, Gang, Gleichgewichtsfunktion) und die Prognose haben. Während die Auswirkungen spezifischer Therapien noch nicht nachgewiesen wurden, sollten Risikofaktoren in der Regel zu präventiven Zwecken bewertet und kontrolliert werden. Zerebrale Mikroblutungen sind erst in jüngerer Zeit erkannt worden. Ihre klinischen Auswirkungen und ihre Prognose sind zwar wissenschaftlich noch nicht so gut dokumentiert wie die der stummen Hirninfarkte, aber der derzeitige Wissensstand rechtfertigt es, sie in diesen Block aufzunehmen, anstatt sie als Zufallsbefund zu betrachten. Wie beim stummen Hirninfarkt wäre in den meisten Fällen eine Kontrolle der Risikofaktoren klinisch indiziert. Seit ICD-10 wurden auf dem Gebiet der Anomalien der weißen Substanz im Zusammenhang mit Gefäßerkrankungen große Fortschritte erzielt. Andere Begriffe sind Leukoaraiose und ischämische Anomalien der weißen Substanz. Es hat sich gezeigt, dass das Vorhandensein von Anomalien der weißen Substanz bei zerebrovaskulären Erkrankungen prognostische Bedeutung hat und in engem Zusammenhang mit kognitiven Beeinträchtigungen, Demenz und nicht-fokalen neurologischen Symptomen wie Gangstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Harnverhalten steht. Anomalien der weißen Substanz sind auch ein Merkmal einiger anderer spezifischer zerebrovaskulärer Erkrankungen wie CADASIL und werden auch bei Morbus Fabry beobachtet. Wie bei anderen ähnlichen Erkrankungen kann das Vorhandensein von Anomalien der weißen Substanz, die vermutlich vaskulären Ursprungs sind, eine diagnostische Abklärung und Kontrolle der Risikofaktoren erforderlich machen. Das Risiko einer Stigmatisierung der Krankheit durch die Einbeziehung von Krankheiten (insbesondere stille Hirninfarkte und stille zerebrale Mikroblutungen/Makroblutungen), die keine akute Hirnfunktionsstörung verursachen, sondern eher zufällig durch Neuroimaging diagnostiziert werden, wurde sorgfältig abgewogen. Es wird davon ausgegangen, dass diese Diagnosen klinische Auswirkungen im Hinblick auf die Prävention haben, was für den Patienten von Vorteil wäre. In den Definitionen sollte jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass es sich bei diesen Entitäten nicht um einen "Schlaganfall" handelt.
Exclusions
4 subordinate codes
Nearby in Zerebrovaskuläre Erkrankungen
8B00-8B0ZIntrakranielle Blutung o.n.A.8B10-8B1ZZerebrale Ischämie8B20Schlaganfall, unbekannt ob ischämisch oder hämorrhagisch8B22Bestimmte näher bezeichnete zerebrovaskuläre Erkrankungen8B23Zerebrovaskuläre Fehlbildungen8B24Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie8B25Spätfolgen einer zerebrovaskulären Krankheit8B26Zerebrale Gefäßsyndrome bei zerebrovaskulären Erkrankungen